Lizzy Mercier Descloux
Lizzy Mercier Descloux war eine Avantgardistin. In ihrer Musik verband sie die Popmusik der New Yorker No Wave Szene und dem, was man so Weltmusik nennt. Sie war stets unterwegs, auf musikalischen Reisen durch Äthiopien, Südafrika aber auch Südamerika. Ihre scheinbare Rastlosigkeit und ihre Idee verschiedene Musikstile zusammen zu bringen, erinnerten nicht selten an die spätere Arbeit eines Bill Laswell. Im Gegensatz zu ihm nahm sie jedoch nahm nur eine handvoll Alben auf; sie spielte in kleinen Filmen ebenso kleine Rollen, schrieb Musik für Soundtracks und widmete sich in den letzten Jahren ihres Lebens der Malerei.
Keine zwanzig Jahre war sie alt, als sie 1975 erstmals nach New York kam, wo sie sich sofort wohl fühlte und in Künstlern wie Patti Smith oder Richard Hell Freunde fand, die beide Material für ihr erstes Buch Desiderata beisteuerten. 1976 siedelte sie gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten Michel Esteban ganz über, kaufte sich eine Gitarre und begann ihre Musikerkarriere.
1978 veröffentlichte sie unter dem Namen Yemen Rosa gemeinsam mit Didier Esteban (D.J. Barnes) ihre erste 6-Track-EP auf dem Label des von Michel Esteban und Michael Zilkha gegründeten Labels Ze Records. Ein Jahr später folgte das legendäre Debutalbum Press Color, das heute zu den Klassikern der No-Wave-Genres zählt. Mercier-Descloux' minimalistisches, etwas schräges, zappeliges funky Gitarrenspiel prägte das Album ebenso, wie ihr atemloser, oft auch disharmonischer Gesang. Zu dieser Zeit lernte sie Jean Michel Basquiat kennen, der ihr eine stetige Inspirationsquelle werden sollte.